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Don Giovanni war einer der beliebtesten Stoffe des 18. Jahrhunderts.
Nicht nur im Schauspiel, sondern auch in der Oper gab es zahlreiche
Bearbeitungen, obwohl Kritiker ihn für vulgär hielten.
Diese Kontroverse machte Gazzanigas Textdichter Bertati zum Inhalt
seines I. Aktes - dem "Capriccio dramatico" - dessen Musik
jahrhundertelang als verschollen galt und zum größten
Teil auch heute noch ist. (Hier erwartet den Besucher des ALLEE-THEATERS
eine kleine Sensation, denn es gelang uns, eine der verschwundenen
Arien aufzustöbern.)

Erst im II. Akt entschließt sich die Sängerschar um
den Direktor Carsten Pollux, die "komische Oper" auch
tatsächlich zur Aufführung zu bringen und die Geschichte
des Herzensbrechers und Mörders Don Giovanni nimmt ihren bekannten
Lauf bis hin zu seiner gerechten Bestrafung. Als Auftragsarbeit
für den Karneval erlebte Gazzanigas Werk seine Uraufführung
am 5.2.1787 in Venedig - 10 Monate vor Mozarts Don Giovanni. Bertatis
Text muss Lorenzo da Ponte derart überzeugt haben, dass er
ihn zur Grundlage seines eigenen Librettos machte, ihn teilweise
sogar wörtlich übernahm. Gazzanigas Musik besticht durch
ihre originelle frische Art und klargezeichnete dramatische Konturen.
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